Heute bin ich bei Tom wieder auf seinen Post über den Abschiedsbrief vom Amokläufer von Emsdetten gestossen. Wenngleich schon ein etwas älterer Post, dennoch aktueller denn je…
Hab den Brief heute zum wiederholten Mal gelesen, und auch jetzt, Monate später, ist mir zum Schreien zumute, wenn ich mir nochmal durch den Kopf gehen lasse, was im Anschluss an die Tat in den Medien publiziert wurde.
Es ist geradezu schmerzhaft offensichtlich, dass medienpräsenzgeile Menschen Politiker sich jenseits jeglicher Realität befinden, wenn sie innerhalb weniger Stunden die üblichen Stereotypen als verantwortliche Faktoren präsentieren. “Killerspiele, Deathmetal, Satanist, das ist ja klar das er Menschen erschiesst” (sic)
Ich spiele seit Ewigkeiten “Killerspiele” (COD1-4, CSS, UT,etc) bin bekennender “Deathmetal”-Fan (Slipknot, Rammstein, MarilynManson, SixFeetUnder, etc) und ich bin anscheinend auch “Satanist” nur weil ich die Kirche (als Institution), nicht nur lächerlich, sondern verabscheuungswürdig finde…
Ganz Klar, ich bin Amokläufer, denn ich bin (ab und zu) arbeitslos (”Penner”), fahre oft zu schnell (”Raser”) und sammle Airsoft-Waffen *aaaaahhhh* (”Waffennarr”)… Warum ich nicht in U-Haft sitze? Ganz einfach…. DAS IST BULLSHIT…
Schliesst nicht von Einzelnen auf die Masse… Schon mal überlegt, ob ein labiler Mensch durch Metal labil wurde oder ob einem labilen Menschen Metal einfach mehr zusagt, weil diese Musik ehrlich und emotional ist?
Gewaltspiele erfreuen sich deshalb grosser Beliebtheit, weil sie unabhängig von Herkunft, Gesellschaftlichem Stand oder Job, auf eindrückliche Weise die Fähigkeiten der Spieler miteinadner vergleichen. Klar das machen andere Spiele auch, aber Gewaltspiele befassen sich mit den Urinstinkten des Menschen… Sei schneller und präziser als der andere, und du überlebst…
Villeicht gefallen diese Spiele darum auch (unter vielen anderen!) den labilen Menschen, da sie sich, geplagt von Erwartungshaltungen und Anforderungen, nach einem Weg sehnen, wenigstens einmal im Leben nicht der Fussabtreter zu sein, sondern die Person oben auf dem Treppchen, zu der alle aufsehen.
Das ist hier keine “Huhn oder Ei”-Frage, für mich ist eindeutig: Verzweiflung und gepeinigtes Selbstwertgefühl kann zu Gewaltspielen fühlen, denn sie sind ein Mittel gegen den Schmerz, wie ein Medikament. Wenn ich Kopfschmerzen habe, will ich Linderung und nehme ein Panadol. Aber wenn ich täglich 3 Panadol fresse, bekomme ich deswegen keine Kopfschmerzen…
Alles kloar?
Eure Meinungen interessieren mich, (ernsthaft) schreibt doch nen Comment…
Greetz Lyric
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